12. Januar 2021

Eine ordentliche Saison

2020 wird der ganzen Welt als ein Jahr in Erinnerung bleiben, in dem sich alle einschränken mussten und niemand dachte, dass so etwas passieren könnte. Dennoch: es mussten Anpassungen und Änderungen vorgenommen werden. Auch unser Taubensport blieb davon nicht verschont. Niemand wusste, wann wir wieder Wettflüge starten können und dennoch mussten wir in Vorbereitung auf einen möglichen Start und ein eventuell nach hinten verlegtem Ende agieren.

Strategie

Die Präventivmaßnahme war zunächst eine Verdunkelung der alten und jährigen Vögel. Er verdunkelte vom 20. März bis zum 2. Mai. Dann wurden die Männchen für fünf Tage erneut gepaart, da die Witwen schon begannen, sich untereinander zu paaren. Deshalb werden diese Täubinnen 2021 wieder in eine offene Voliere auf Roste und nicht mehr in eine eher dunkle Innenvoliere ziehen, die womöglich die Paarungslust anregt. Schließlich scheint es, dass die Verdunklung bis zum 2. Mai gerade lang genug war, um die Witwer bis zum letzten Rennen am 15. August im Gefieder zu halten. Laut Planung für 2021 sollen die Männchen wieder verdunkelt werden, allerdings bis zum 10. Mai, da das nationale Programm eine Woche später beginnt. In den letzten Jahren spielte Luc seine Tauben vor allem auf nationalen Wettflügen. Diese sind gegenüber anderen internationalen Flügen von größerer Bedeutung. Die Jungen wurden bis zum 21. Juni verdunkelt, was auch ausreichend schien, um sie bis zum 12. September im Gefieder zu halten.
Im Jahr 2015 hatte Luc einen Arbeitsunfall, wodurch die ganze Arbeit, die er vorher meinen Tauben gewidmet habe, vereinfacht werden musste. Trotzdem erzielten seine Tauben weiterhin gute Resultate. Die wichtigsten Aspekte sind gesunde und gute Tauben, am liebsten alle aus demselben Stamm.
Vor dem Einkorben sehen die Männchen ihre Weibchen nie. Wenn sie vom Wettflug nach Hause kommen, dürfen sie drei bis vier Stunden zusammenbleiben, so bleibt die gegenseitige Bindung besser erhalten und die Täubinnen paaren sich weniger häufig untereinander. Die Reisemannschaft wird in drei Schritten bis 30km und die Jungen in vier Schritten trainiert. Zwischen den Wettflügen fährt Luc seine Tauben nicht mehr weg, auch die Jungen nicht, was er früher getan hatte. Die Ergebnisse sind deswegen nicht schlechter. Bevor er die Jungtauben mit dem Auto wegfährt, lässt er sie zweimal vor dem Schlag frei.

Aktuelle Leistungsträger

Der absolute Überflieger war „Fideel BE16-3053741“, der in der nationalen Rangliste als bester westflämischer Vogel die Rangliste über fünf und sieben nationale schwere Mittelstreckenflüge anführte. Jede Woche war dieser Vogel erneut dabei, unter anderem errang er den 2. Provinzsieg in seiner Karriere und dies ab Argenton als 1. gegen 2.971 Alttauben. Als Jähriger gewann er bereits den 1. Provinzsieg ab Châteauroux gegen 2.326 Jährige. „Nach sieben Wettflügen der Männchen in Folge über 400km, darunter zwei über 500km, beschloss ich, ihnen eine Woche Ruhe vor ihrem letzten Flug von Châteauroux zu gönnen. Dies schien eine schlechte Idee gewesen zu sein, denn nur „Fideel“ war siegreich, die anderen Vögel versagten. Könnte der Spruch „Wer rastet, der rostet“ hier vielleicht zutreffen? Wir denken schon, und deshalb werde ich ihnen nur im Falle eines katastrophalen Wettkampfs oder bei einem fatalen Misserfolg Ruhe geben, wenn sie erst am nächsten Tag ankommen“, so Luc.

Die Jungen

Seit einigen Jahren schon bleiben die jungen Männchen und Weibchen zusammen, sodass ich das Schiebetürsystem nicht mehr anwende. Alle Jungtiere, die bis einschließlich zum 1. März abgesetzt wurden, müssen an den Flügen teilnehmen. Danach werden etwa 15 bis 20 junge Männchen aus den besten Paaren nach abgesetzt. Sie sind die Reserven für die Zukunft.
Um so schnell wie möglich mehr „frühe“ Jungtiere zu haben, werden die Eier der ersten Runde zu Ammentauben gebracht. Die Jungtauben werden auf drei Schläge verteilt. Diese drei Schläge werden in der Regel gemeinsam trainiert. Das Training beginnt Ende Mai. Dann kommen sie alle zusammen und bleiben für den Rest der Saison zusammen. Manchmal werden ihnen einige „falsche Eier“ untergeschoben, sodass diese Jungen zum Nestbau motiviert werden, aber das wird in Zukunft nicht mehr geschehen. Ob gepaart, auf dem Nest oder nur Single, das macht alles keinen Unterschied. Gute Gesundheit und Qualität sind hier die wichtigsten Zutaten, um mit den Jungvögeln erfolgreich Wettkämpfe zu spielen. Außerdem ist es viel einfacher, wenn sie alle zusammen trainieren, weil es viel weniger Zeit in Anspruch nimmt.

Impfungen & Kuren

Alle Tauben sind gegen Paramyxo und gegen Paratyphus geimpft. Vor der Paratyphus-Impfung gibt es eine Kur von zehn Tagen, danach wartet er fünf Tage, bevor die Vögel ihre Impfung erhalten. Werden die Jungtauben abgesetzt, werden sie gegen Paramyxo geimpft. Drei Wochen nach dem Absetzen der letzten Jungtauben erhalten sie eine zweite Impfung. Die letzten erhalten also zwei Impfungen innerhalb von drei Wochen. Die Jungtauben werden auch gegen Pocken geimpft.
Während der Reisesaison kommt der Tierarzt alle zwei Wochen zu Luc, um blinde Kuren zu vermeiden. Wenn etwas behandelt wird, geschieht dies immer auf Anraten des Veterinärs. Früher war die Kokzidiose ein Problem der Alttauben, aber dies scheint heutzutage vorbei zu sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass UsneGano über das Futter einen positiven Einfluss auf Kokzidiose hat. Ich verwende UsneGano nach dem Wettflug bei Ankunft im Schlag und setze dies über die nächsten drei oder vier Fütterungen fort.

Versorgung der Tauben

So geht Luc vor: „Um sicherzustellen, dass sich die Tauben gut erholen, erhalten sie bei ihrer Ankunft Bt-Amin forte und Mumm ins Trinkwasser (Bt-Amin forte ist ein Multikomplex-Präparat bestehend aus Aminosäuren, Elektrolyten und Vitamin B). Im Futter verwende ich eine Kombination aus Gervit-W, UsneGano und K+K-Proteinen. An den beiden Folgetagen erhalten die Vögel Hexenbier im Trinkwasser sowie UsneGano und Ro 200 (Ro 200 ist ein Konditionspulver) über das Futter. Sobald sie an den nationalen Flügen teilnehmen, bekommen sie Rotosal (Butophosphan in Kombination mit Oligosacchariden) im Wasser und am Tag vor dem Einkorben noch Blitzform. Jede Woche, vor Abflug und nach Rückkehr in den Schlag, erhalten sie Avisana-Nasentropfen. Täglich bekommen sie frischen Grit. Diese Mischung enthält Grit, Leckerstein, mineralisches Topfit und Sämereien. Während der Saison gebe ich täglich Avidress Plus (Säure) zur Trichomonadenbekämpfung in die Tränke. Während der Saison, am Tag nach dem Flug, bekommen die Tauben einen gelben Tropfen in die Nase. Nächstes Jahr werden diese dem Futter beigemischt, damit ich weniger Arbeit habe.“

26. Oktober 2018

2018 – eine weitere Top-Saison

Im Jahr 2017 zog die „Tieke“-Linie von Luc De Laere siegreich durch Westflandern …

… und zwar in Form von Alttauben, Jährigen und Jungtauben. Luc De Laere ist mit dem Taubensport aufgewachsen und war schon als kleiner Junge von unseren gefiederten Freunden fasziniert. Bereits in jungen Jahren durfte er seinen ersten eigenen Taubenschlag bauen und hat von Anfang an seine Freunde und seine Gegner übertroffen. Er ist ein Sieger – damals wie heute. Mehrere Jahre spielte er die Vögel zusammen mit seinem Vater und gemeinsam waren sie auf Kurz- und Mittelstrecken sowie schweren Mittelstrecken sehr erfolgreich. Auch heute noch leben seine Tauben in den gleichen Schlägen auf dem Dachboden auf dem Hof seiner Eltern. Hier unter dem Dach gibt es viel Sauerstoff, viel frische Luft und die Schläge bleiben trocken.

20. Oktober 2017

Wer hat 2017 besser gespielt?

Erstklassige Tauben: Anders kann man es nicht beschreiben …

In den vergangenen Jahren hatten Luc und seine Frau Sybille nicht gerade viel Glück. Seit 2015 half Vater “Maurice” nicht mehr mit, im Herbst 2015 kam ein schwerer Arbeitsunfall hinzu, in der Folge mehrere Operationen und anhaltende Probleme, immer noch schmerzen Muskeln und Gelenke. Zum Glück gibt es aber Sybille, sie versorgt seitdem die Tauben zum größten Teil. Aus alldem haben sie aber eines gelernt: Taubenpflege kann sehr einfach sein und vieles hängt einfach von der guten Abstammung ab – der Tieke-Herkunft. Auf alter Grundlage von Vandenabeele-Tauben und den alten Janssen-Tauben, die seit einigen Jahren nun schon für sehr gute Tauben sorgen. Der Ausgangsvogel, “Tieke” 3010207-00, war ein Spitzenvogel, der zwei Jahre in Folge Bester Vogel der Provinz Westflandern auf der Mittelstrecke war. Mit folgenden Preise wurde er zum 1. Provinzialen AS-Taube mit Toppreisliste: 1. Provinzial Tours gegen 1.557 Tauben (6 Minuten Vorsprung!), 1. Tours gegen 490 Tauben (2 Minuten Vorsprung), 1. Blois gegen 344 Tauben (2 Minuten Vorsprung), 1. Tours (8 Minuten Vorsprung) und 1. Chartres (6 Minuten Vorsprung) … Er wurde der Stammvogel und in Kreuzzucht mit der Linie Bliksem von Vandenabeele sorgte er für Top-Nachkommen. Kinder, Enkel und sogar Urenkel können Siege vorweisen! Mehr braucht ein Züchter nicht!! Die Supertauben zogen stets in ihren eigenen Zuchtschlag ein und das erwies sich oft als goldener Zug.

28. Oktober 2016

Erfolgreich mit Tieke-Linie