15. Januar 2021

Das neue Erfolgsduo im Racing-Team

Stephan Machiels und Sabrina Brugmans sind ein Erfolgsduo und ein echtes Vorbild für den Taubensport. Neben Superleistungen, die sie ablieferten, gewannen sie in den letzten Jahren Wettflüge auf den Strecken von 100 bis 600 km. Das belegen mehrere Siege, sowohl bei Provinz- als auch bei nationalen Meisterschaften, von As-Tauben-Flügen bis zu allgemeinen Meisterschaften.

Wie alles begann

Schon als kleiner Junge hatte sich Stephan mit dem „Taubenvirus“ infiziert. Seine ersten Schritte in den Sport unternahm er zusammen mit seinem Vater Adolf, aber ebenso sehr begeisterte er sich für Fußball. Sein Vater hätte nie gedacht, dass aus Stephan einmal ein „echter“ Taubensportler werden würde. Im Jahr 2000 heirateten Stephan und Sabrina. Eine Woche später verstarb sein Vater unerwartet. Zu Ehren seines Vaters und um ihm zu beweisen, dass seine Leidenschaft für den Taubensport echt war, begannen sie in Halen auf den Namen seiner Frau Sabrina Brugmans mit den Tauben zu spielen. Sie starteten mit der alten Basis seines Vaters und erhielten anfangs auch Tauben ihres Freundes Valère Machiels (bereits ein guter Freund von Stephans Eltern, gleicher Familienname, aber nicht verwandt). Heute hilft Valère noch immer regelmäßig im Schlag aus und ist tief im Herzen immer noch Züchter geblieben. Später klopften sie auch an die Türen von Taubenzüchtern in ihrer Gegend, wie Roger Buvens und Hermans-Bonné (danach züchten sie auch zusammen mit diesen beiden Tandems). Als nächstes gab es dann Unterstützung durch Gaston Van de Wouwer.

Der Zuchtschlag ist die Grundlage allen Erfolgs

Die Zucht ist für Stephan sehr wichtig, und die Tauben werden von ihm sehr genau begutachtet, bevor sie einen Platz im Zuchtschlag bekommen.
Eine Zuchttaube muss gut in der Hand liegen (Balance). Sie muss sehr eng „geschlossen“ sein; das Becken muss so eng wie möglich sein. Wie man zu sagen pflegt: „Es darf keine Nadel dazwischen passen“. Weiche und dichte Federn. Dies ist eine erbliche Eigenschaft, hängt aber auch vom Gesundheitszustand der Taube ab und natürlich sollte eine Taube das ganze Jahr über bei guter Gesundheit sein.
Die Augen-Theorie: In der Zucht folgt er den bekannten Augenzeichen. Er bevorzugt Tauben mit einem vollständigen Wertring, gut pigmentierte Augen (die Farben müssen aufliegen, als ob sie mit dem Pinsel aufgetragen wären). Wenn er die Zuchtpaare zusammenbringt, bevorzugt er die Farbkompensation: eine Taube mit einem weißen Auge wird mit einer mit gelben Augen gepaart. Es geschieht selten, dass er zwei Tauben mit der gleichen Augenfarbe verpaart. Auch beim Körperbau versucht er sicherzustellen, dass mögliche negative Eigenschaften durch die jeweils andere Taube kompensiert werden.

Versorgung der Tauben

Wenn Zuchttauben verpaart werden, müssen sie eine gute „Kondition“ haben. Das ganze Jahr über erhalten die Tauben Avidress Plus und UsneGano. Daneben wird auch eine Menge des Multivitamin-Komplexes Gervit-W gegeben. Außerdem bekommen die Zuchttauben täglich viel frischen Grit und Leckerstein. Das ist unabdingbar. Stephan handhabt das klassische System der Phasenfütterung bis zum Wettkampftag. Nach der Rückkehr in den Schlag erhalten sie in den Folgetagen Hessechol (dieses Produkt regt die Regeneration an und entschlackt). Bei warmem Wetter und Flügen über 400 km fügt er Rotosal in Kombination mit Carni-Speed hinzu. Stephan hat den Eindruck, dass die Tauben durch die Zumischung dieses Produkts besser trainieren.
Zweimal wöchentlich werden die Schläge mit Bio Air Fresh vernebelt, was einen positiven Einfluss auf die Atemwege der Tauben hat und die Luft im Schlag sowohl für den Züchter als auch für seine gefiederten Freunde verbessert. Ein weiteres Grundprinzip ist das wöchentliche Bad. Auch hier bevorzugt er das Badesalz von Röhnfried, weil es, laut Stephan, vor Milben schützt.

Black Sandra

Nur mit Weibchen

Sabrina Brugmans ist als Spezialistin im Weibchenspiel bekannt. Die Vögel müssen nur in ihrem Geburtsjahr an Wettflügen teilnehmen. Im Jahr 2020 hatten Sabrina und Stephan ein Team bestehend aus 55 alten und jährigen Weibchen, die auf zwei Abteile verteilt sind. Wichtig: Jedes Abteil hat eine offene Voliere. Sauerstoff ist laut Stephan ein sehr wichtiger Aspekt in diesen Sport und sorgt für die Gesundheit der Tauben. Außerdem bekommen die Weibchen jede Woche ein Bad in diesen Volieren, was ihnen überaus gut gefällt.
Mitte Februar beginnen die täglichen Trainingsflüge. Sobald das Wetter besser wird, werden sie durch einige kurze Trainingsflüge wieder in den Rhythmus gebracht. Erst nachdem sie drei Kurzstrecken (Momignies 120 km) geflogen sind, wird die erste Gruppe von 20 Täubinnen gepaart. Diese können sich zu 20 verfügbaren Vögeln gesellen. Für die Gruppe von 55 Weibchen verwendet Stephan nur 20 Männchen. Dieses System ist seit einigen Jahren erfolgreich, sodass kein Grund besteht, es zu ändern. Nach dem dritten Kurzstreckenflug können also die ersten 20 Weibchen vom Zeitpunkt ihrer Ankunft im Schlag (am Samstag) bis Mittwoch bei diesen 20 Vögeln bleiben. In der nächsten Woche sind die anderen 20 Weibchen an der Reihe. Eine Woche später können sich die restlichen 15 Weibchen zu ihren Partnern gesellen. Er verwendet farbige Clips, um die Gruppen sicher unterscheiden zu können.
Zu Beginn der Wettkampfsaison trainieren die Weibchen einmal am Tag, und zwar am Abend. Wenn das Wetter wärmer wird, trainieren sie morgens und abends etwa eine Stunde lang.

Zusätzliche Verdunklung

Normalerweise gehen die Weibchen vom 1. März bis Anfang Mai in Verdunklung. Aber in der Saison 2020 blieben sie dort, bis sie nach Frankreich einreisen durften. Die Verdunklung dauert von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Sie sorgt dafür, dass die Mauser der Gruppe verzögert wird und die Tiere ruhiger werden. Dadurch verlieren sie nicht allzu viel Energie. Danach müssen sie dem Rhythmus der Mittel- und schweren Mittelstrecke folgen. Im Schlag bewegen sich die Weibchen immer frei in engen Weibchensitzen mit Gummibändern auf dem Boden, die verhindern sollen, dass sie sich untereinander paaren. Stephan und Sabrina halten während der ganzen Saison an diesem System fest. Zusätzliche Trainingsflüge stehen nicht auf ihrem Programm. Wenn sie merken, dass sich ein Weibchen mit einem anderen paaren will, macht das auch nichts. Das lesbische Paar erhält sogar eine Nistschale. Auf diese Weise hat er bereits mehr als einen Sieg auf Provinzebene und nationale Spitzenresultate errungen.

Wichtige Erfahrungen aus 2020

Berücksichtigung der Temperatur – die Tauben werden nicht mehr eingekorbt, wenn die Temperatur über 30 °C steigt. Aufgrund der Hitze sind einige Top-Tauben wie „Fien“- 8. nationale As-Taube KBDB’19 tatsächlich verloren gegangen. Diese Saison gewann sie den 1. Melun gegen 10.000 Tauben.