Klaus Steinbrink – der weiße Hai aus Wallenhorst

Wieder hat der letzte Flug Klaus Steinbrink eine Spitzenplatzierung verhagelt. Was soll man machen? Da liegt man vor dem Endflug national besonders mit den Vögeln auf aussichtsreichen Plätzen und dann macht einem das Wetter den berühmten Strich durch die Rechnung. Setzt man den 600er in den Sand, dann kann man die Schuld bei sich, den Tauben, dem Auflassleiter oder wem auch immer suchen. Kann der Flug aus Witterungsgründen nicht durchgeführt werden oder muss zurückgenommen werden, dann ist eigentlich nur der Wettergott verantwortlich zu machen. Im Falle des RegV 256 wurde auch der ersatzweise durchgeführte Flug von 360 km ein „verkorkster“, weil die Temperaturen einfach zu hoch waren. Bleibt die Frage, ob es keine Alternative gab, die ein flexibler Reiseplan doch zugelassen hätte. Muss eigentlich der Flug mit der größten Entfernung tatsächlich immer an das Ende der Reise gelegt werden? Wie beschrieben ist dies dem Sportfreund Klaus Steinbrink in der abgelaufenen Saison widerfahren. Dabei kann das Reisejahr 2016 durchaus als gelungen bezeichnet werden. Mit den Einjährigen konnte sich Klaus auf Position acht der Verbandsjährigen-Meisterschaft und damit bei deutschen Meisterschaftswettbewerben zum x-ten Mal national unter den besten Zehn platzieren. Bei der Meisterschaft der Zeitschrift „Die Brieftaube“ kam er deutschlandweit auf den 28. Platz. 21 Tauben holten bei 13 Wettflügen eine zweistellige Preiszahl. Neun 1. Konkurse bei den Alten und drei auf der Jungtierreise zeigen auf, dass die Mannschaft auch in der Lage war, Spitzenplatzierungen zu belegen. Regional war Klaus wie immer an der Spitze. Letztere Aussage gilt auch für andere Ebenen, denn in der RV Osnabrück von 1911, in der Fluggemeinschaft Osnabrück und im RegV 256 – Osnabrück u.U. – findet man ihn wie gehabt auf den vordersten Plätzen.

 

Reisesystem Totale Witwerschaft

An dem Spielsystem hat sich nichts geändert, nach wie vor wird die totale Witwerschaft praktiziert. Die Truppe war etwas kleiner als im Vorjahr. Mit 68 Tieren ging Klaus Steinbrink auf den 1. Preisflug. In der Reisesaison ist für die Vögel zweimaliger täglicher Freiflug von ca. 45 Minuten angesagt. Die Weibchen kommen nur ein Mal am Tag in die Luft, bleiben dann aber, so sie sich in Topform befinden, bis zu zwei Stunden oben. Neu ist, dass die Paare vor dem Einsetzen nicht mehr zusammen laufen dürfen, nach dem Flug können sie sich für einige Stunden miteinander vergnügen. Weil man sich Vorteile für die Muskulatur verspricht, erfolgt das wöchentliche Bad mit lauwarmem Wasser erst am Einsatztag. Bis zum 6. Flug wurde die Reisemannschaft jeweils donnerstags von 35 km privat trainiert.

Stellen wir in der gebotenen Kürze die diesjährigen Fahnenträger der Saison vor. Der 9710-15-26 wurde 1. RegV-Ass-Vogel bei den Jährigen und 1. Westfälischer Ass-Vogel. Bei 13 Flügen war er 13 Mal erfolgreich und erzielte 1.083 Ass-Punkte. Zwei 1. Konkurse, ein 4. Preis, ein „Siebter“ und zwei „Achte“ zieren seinen Leistungsnachweis. Er führt das Blut der alten „Cracklinie“ in seinen Adern, aber auch das der „Heremanslinie“. Einen Preis weniger bei gleich vielen Einsätzen flog die 9710-14-153. Mit ihren 12 Preisen erzielte sie 1.040 AP. 2., 3., 9. und 10. Preis lauteten die Spitzenplatzierungen. Sie wurde 1. Ass-Weibchen der RV. Ihre Abstammung geht auf den „Super Charlie 412“ zurück. Dieser flog in seiner Laufbahn 19 Konkurse bis zum 9. Listenpreis, darunter 2 x 1. Er ist heute ein bewährter Zuchtvogel. 13 x 12 Preise flog der 9710-13-466, darunter einen „Ersten“ gegen 6.713 Tauben von Bamberg (324 km). „Crack“ und „227“ finden wir im Abstammungsnachweis. Die 4242-08-227 stammt von Dirk Schroll und geht auf die Linie Heremans-Ceusters zurück. Sie ist ein wahres Zuchtjuwel und hat mit unterschiedlichen Partnern zahlreiche Asse gezogen. Aus Sportfreund Steinbrinks „Titanenpaar“ stammt der 9710-14-73. Mit seinen 12 Preisen holte er 974 AP. Sein Vater, der „212“, machte es seinem Sohn mit dem Fliegen von Spitzenpreisen vor, denn er flog selbst bereits drei 1. Konkurse, einen davon in diesem Jahr von Neumark. Auf dem letzten Flug wurde er geschont. Ebenfalls aus dem Titanenpaar stammt der 9710-14-103. Auch er brachte es auf 12 Listenplatzierungen und holte 957 AP. Zwei alte Bekannte sind der 9710-12-366 und die 9710-11-541. Beide konnten wir schon mehrfach vorstellen. Der „366“ (genannt Skyfighter) versagte nur einmal und holte mit 13 x 12 Preisen 950 AP. Im Jahr zuvor waren es 11 x 10 Preise und 807 AP.

Ein bewährtes Versorgungskonzept

Seit Jahren ist Klaus Anhänger der Röhnfried-Produktpalette. Er ist von der Qualität und dem breiten Angebot voll überzeugt. Daher hat er auch die unterschiedlichsten Produkte in sein Versorgungskonzept aufgenommen. An diesem Konzept werden seit Jahren bestenfalls kleine Nuancen geändert. Gefüttert werden Energx, Relax und Power-Mix von Mifuma und Grand Prix von der Firma Betz. Bei einer Fütterung, wie sie hier praktiziert wird, ist das Zufüttern von Eiweiß zwingend erforderlich. Klaus Steinbrink greift auf K+K Protein 3000 zurück, ein Konzentrat aus tierischen und pflanzlichen Proteinen. Je nach Flugverlauf setzt er es zwei bis fünf Mal in der Woche ein. Bei Bedarf kommen noch Jungtierpulver und Entrobac an das Futter. Dazu wird es mit Moorgold angefeuchtet, „übrigens das beste Produkt, das in diesem Bereich auf dem Markt ist“, so Sportfreund Steinbrink im Originalton.

Bisweilen weicht Klaus Steinbrink in der Anwendung von den Herstellerempfehlungen ab. So gibt er Carni-Speed den Jungtauben wie vorgeschlagen während der ganzen Saison in das Trinkwasser. Bei den Alttauben hingegen setzt er dieses Ergänzungsfuttermittel quasi als Kur vor Beginn der Saison für zwei bis drei Wochen ein, während der Reise dann nicht mehr. Das ist plausibel, denn auch hier im Osnabrücker Land müssen die Tauben wegen der zahlreich vorkommenden Greifvögel über den Winter festgesetzt werden. Erhalten sie dann wieder Freiflug, zeigen sie nach dem Einsatz von Carni-Speed eine deutlich höhere Trainingsfreude. Einen hohen Stellenwert im Versorgungsplan hat das Produkt RO 200 ready, ein Konditionspulver aus Polyvitaminen, Elektrolyten, Aminosäuren, Mineralstoffen, Energieträgern, Spurenelementen und Prebiotika. Letztlich war es Klaus, der den Impuls zur Einführung dieses Produkts gab, hatte er doch mit dem Vorgängermittel CO 200 des bekannten Tierarztes Dr. Erdös beste Erfahrung gemacht. Zu drei Mahlzeiten wird RO 200 ready gereicht. Nach Rückkehr vom Flug kommen Bt-Amin forte, Mumm und bei schwierigen Flügen Rotosal in die erste Tränke, um eine schnelle Regeneration zu erzielen.

Eine weitere zentrale Bedeutung in der Versorgung hat Blitzform. Zur Stoffwechselanregung und zur Verbesserung des Sauerstofftransportes wird diese Jod-Eisen-Kombination drei Mal pro Woche dem Trinkwasser zugesetzt. Klaus Steinbrink ist der Meinung, dass hierdurch der letzte „Kick“ für Spitzenplatzierungen kommt. Zurück zum Rotosal. Drei Mal pro Woche, nämlich von Dienstag bis einschließlich Donnerstag, wird dieses flüssige Ergänzungsmittel auf der Basis von organischem Phosphor und Oligosacchariden der Abendtränke zugesetzt. Erstmals in der verflossenen Saison setzte Klaus am Einsatztag Elektrolyt 3Plus im Trinkwasser ein. Dass die Tauben dadurch weniger trinken, die Erfahrung hat er nicht gemacht. „Im Gegenteil, das schien geschmacklich hervorragend zu sein. Fast meinte man, sie trinken mehr“, so sein Urteil. „Bei warmen Wetter ging ich sogar so weit, den Tieren vor dem Einsetzen ungefähr 15 ml dieses Trinkwassers den Tauben in den Kropf zu geben.“

 

Einige herausragende Flüge 2016

01.05., Homberg Efze, 173 km, 34 Züchter, 1054 Tb., selbst: 68/40 = 58,8%, 1., 2., 9., 10. usw., 10 Tauben mit mehr als 90

Ass-Punkten

14.05., Hammelburg, 278 km, 34 Züchter, 890 Tb., selbst:59/44 = 74,6%, 1., 2., 3., 6., 7., 8., 9., 10. usw., 17 Tauben über als 90

As-Punkte

21.05., Schweinfurt, 303 km, 34 Züchter, 860 Tb., selbst: 59/48 = 81,4%, 1. bis 9. usw., 17 Tauben über 90 As-Punkte

11.06., Neumark, 412 km, 33 Züchter, 743 Tb., selbst: 52/31 = 59,6%, 1., 4., 17. usw., 6 Tauben mit mehr als 90 Ass-Punkten

26.06., Forchheim, 359 km, 30 Züchter, 643 Tb., selbst: 49/39 = 79,6%, 1., 4., 5., 6., 7., 7. Usw. 13 Tauben über 90 Ass-Punkten

09.07. Forchheim, 359 km, 28 Züchter, 582 Tb., selbst: 53/36 = 67,9%, 1. bis 7., 10., 16., 17. usw., 12 Tauben über 90 As-Punkte

 

Wichtigste Erfolge 2016

National und regional

7.Nationaler Jährigenmeister

2., 7. bestes Weibchen i. RegV

1. Ass-Vogel RegV

1., 3., 7. bester jähriger Vogel RegV

3., 6., 8. bester Vogel RegV

12 x 1. Konkurs auf RV Ebene

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.