Versorgung während der Jungtierreise – ein Gastbeitrag von André und Tobias Klütsch


DDie Brüder André (links) und Tobias Klütsch (rechts) aus Dinslaken reisen gemeinsam im Regionalverband 400. Tobias betreibt zudem sehr erfolgreich das Instagram-Portal „Pigeondiary“

Der Taubensport – eine Jugendliebe mit Happy End

Mit dem Taubensport infiziert wurden Tobias und André schon als kleine Kinder. Damals wohnten sie zwar in Köln, wo eine Taubenhaltung nicht möglich war, aber an den Wochenenden und in den Ferien ging es zum Opa und seinen Tauben nach Dinslaken. „Durch ein entflogenes Jungtier“, so erzählt der sechsundzwanzigjährige Tobias, „sind wir später mit einen Züchter in unserer Nähe in Kontakt gekommen, der uns im Verein angemeldet und uns bei den Anfängen im Taubensport unterstützt hat. 2009 haben André (32 J.) und ich erstmals begonnen, mit Jungtauben an Reisen in RV Dinslaken teilzunehmen. Seitdem reisen wir auch zusammen.“
Weil die beiden damals noch in Köln zur Schule gegangen sind, bzw. die Universität besucht haben (Tobias ist gelernter Kaufmann, André Apotheker) gestaltete sich der Einstieg jedoch recht schwierig. „Mal abgesehen von den Ferien“, so Tobias, „haben wir unsere Tauben nur am Wochenende gesehen. Seit 2012 wohnen wir in Dinslaken. Das hat vieles einfacher gemacht. Einfach schon deswegen, weil wir täglich bei unseren Täubchen sein können. 2015 haben wir dann unseren neuen Schlag gebaut und zwei Jahre später habe ich aus Freude am Fotografieren begonnen, unseren Instagram Account aufzubauen. Seit Frühjahr 2018 sind wir zudem stolze Kooperationspartner von Röhnfried. Unsere Großvater hat die Produkte schon genutzt und auch wir haben sie schätzen gelernt.“

Unsere Beobachtungen und Abweichungen während der Jungtierreise

„Mein Beruf als Apotheker“, erklärt André Klütsch, „bringt es mit sich, über sachgemäße Anwendungen, Aufbewahrung, Wirkungsweisen und Risiken von Medikamenten und Zusatzstoffen Bescheid zu wissen. Ich schaue einfach auf Wirkungsweise, Qualität, Bioverfügbarkeit und Darreichungsformen. Deshalb haben wir gemeinsam unseren Versorgungsplan, den wir während der Jungtierreise so umgesetzt haben, zu Papier gebracht und versucht, unsere Beobachtungen und Abweichungen zu erklären. Sollte es hierzu Fragen oder Verbesserungen geben – so sind wir dafür dankbar. Unser Bestreben ist es, unsere Tauben optimal zu versorgen und es bereitet uns besondere Freude, wenn wir durch den Einsatz verschiedener Produkte hier einen positiven Effekt beobachten können.“

Versorgung Junge 2018

Sonntag (Reisetag)

1. Tränke: Bt-Amin forte 15ml / l Trinkwasser + Mumm 2ml / l + Rotosal je Flug
2. Reinlocken mit Mineralien und geschälten Sonnenblumenkernen + etwas Winput
3. Nach etwa 1-1,5h normale Portion: Hessechol + Jungtierpulver + Entrobac
4. Abends Tränkenwechsel: Avitestin 5ml / l + UsneGano 3ml / l
5. Normale Portion: Moorgold + Jungtierpulver + Entrobac

Die Tauben haben sich – so versorgt – von den Flügen sehr schnell erholt. Besonders die erste Tränke trägt, unserer Meinung nach, besonders zur schnellen Regeneration bei. Durch die abendliche Fütterung von Moorgold und der Unterstützung der Darmflora, war der Kot der Nacht bereits wieder sehr gut. Unserer Beobachtung nach, ist dieser Effekt mit Jungtierpulver besser, als mit Immunbooster. Warum? Hierfür haben wir bisher keine Erklärung!
Avitestin zur Senkung des Infektionsdrucks und zur optimalen Ausbildung der Darmflora ist ein wesentlicher Bestandteil. Außerhalb der Reise verabreichen wir es gern mit Entrobac über die Tränke. Der Kot ist sofort gebundener und die Tauben machen einen besseren Eindruck. UsneGano hat sowohl einen positiven Einfluss auf die Verdauung, als auch auf die Atemwege. Wir haben beobachtet, dass bei Tauben, die nicht 100%ig gesund sind, die Nasenwarzen während des Einsatzes von UsneGano häufig gräulich werden. Es scheint wie ein Tensid zu wirken und den Puder zu lösen. Sind die Tiere nicht 100%ig fit, reicht die Neubildung nicht aus, um dies ausgleichen zu können.

Montag

1. Avitestin 5 ml/ l + UsneGano 3 ml/ l
2. Normale Portion: Hessechol + Jungtierpulver + K+K Protein 3000 + Entrobac
3. Morgens Expert-Mineral; abends Winput

Hier haben wir es als besser empfunden, die Leber zu entlasten und so die Regeneration zu fördern, als nochmals mit Moorgold zu arbeiten. Das würde ich aber auch von der Beschaffenheit des Kotes abhängig machen. Ist dieser nicht so gut, dann kommt Moorgold übers Futter.
Auch mit Hessechol lassen sich die Komponenten sehr gut ans Futter binden. An diesem Tag auch kein Training am Haus.

Dienstag

1. Trinkwasser: Avitestin und UsneGano
2. Futter morgens: Atemfrei + Avimycin
3. Futter abends: Moorgold, Jungtierpulver, K+K Protein 3000
Morgens Expert-Mineral; abends Winput
Je nach Schwere des kommenden Fluges eine Extra-Portion geschälte Sonnenblumenkerne

Mit der Kombination aus UsneGano, Avimycin und Atemfrei bekommt man die Nasen bei einem Bestand in guter Verfassung noch strahlender. Ist die Verfassung nicht top, so zeigt sich bei einzelnen Tieren, dass die Nasen gräulich werden, s.o..Dies verbessert sich bis zum Ende der Woche wieder, kehrt aber häufig bei denselben Tieren in der darauffolgenden Woche wieder auf. Die Reiseleistung dieser Tiere kann aber trotzdem gut sein.
Bei später heimgekehrten Tauben konnten wir die Regeneration durch die Gabe von Flugfit Flughopper Dragees am Rückkehrtag und K+K Protein Dragees am Folgetag deutlich verbessern. Sodass diese Tiere beim Training und auch auf dem nächsten Flug den Anschluss wieder finden konnten.

Mittwoch

1. Trinkwasser: Avitestin, Hexenbier und Carni-Speed.
2. Futter morgens: Blitzform
3. Futter abends: Blitzform und RO 200 ready
Morgens Expert-Mineral; abends Winput
Je nach Schwere des kommenden Fluges eine Extra-Portion geschälte Sonnenblumenkerne

Gerade während der Jungtierreise und der hohen Temperaturen in diesem Jahr haben wir Avitestin so häufig wie möglich verwendet. Hier ist unserer Meinung nach auch ein deutlicher Unterschied zu Avidress Plus im Hinblick auf die Darmgesundheit zu erkennen.
Durch die Gabe von Hexenbier, Carni-Speed (im Wasser) und Blitzform übers Futter hat sich das Trainingsverhalten nochmals deutlich gesteigert.

Donnerstag

1.Trinkwasser: Avitestin, Hexenbier und Carni-Speed
2. Futter morgens: Blitzform
3. Futter abends: Blitzform und RO 200 ready
Morgens Expert-Mineral; abends Winput
Je nach Schwere des kommenden Fluges eine Extra-Portion geschälte Sonnenblumenkerne

Abends nach dem Füttern haben wir die Tauben für ca. 2 Stunden zusammen gelassen.

Freitag

1. Trinkwasser: Carni-Speed + Rotosal 7ml/ l
2. Futter morgens: Atemfrei, Avimycin
3. Futter abends: Energie-Öl und RO 200 ready (bei schwereren Flügen morgens und abends!)
Morgens Expert-Mineral; abends Winput
Je nach Schwere des kommenden Fluges eine Extra-Portion geschälte Sonnenblumenkerne

Am letzten vollen Tag der Woche haben wir versucht, die Tauben mit den nötigen Energieträgern zu füllen. So ist die Kombination aus Energie-Öl und L-Carnitin (Carni-Speed) bestens geeignet. Mittels Butafosfan (Rotosal) lässt sich der Stoffwechsel stimulieren.

Samstag (Einsatztag)

1. Rotosal 10ml/ l, Elektrolyt 3Plus
2. normale Portion ohne Zusätze + Mischung aus Hanf/ Erdnüssen
3. Zwei Stunden nach der Fütterung ein Bad mit Badesalz von Röhnfried

Gerade in dieser Saison war es sehr nützlich, die Tauben am Einsatztag ausreichend mit Elektrolyten zu versorgen. Bei uns konnten wir, bei den so versorgten Tauben, keine Krämpfe bei der Ankunft beobachten. Auch der Gedanke, dass Tauben, wenn Elektrolyte im Wasser sind, weniger trinken, konnte von uns nicht beobachtet werden. Man sollte sie nur vor Beginn der Reise ausreichend lange an alle Geschmäcker gewöhnen.

Wir freuen uns auf Feedback!
André und Tobias Klütsch

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