SG Fröhlingsdorf: Wieder eine starke Saison

Oder wie soll man ein Reisejahr bezeichnen, in dem man auf der Alttierreise mit 79,9 Preisprozenten glänzen kann? Und auch die 71,4 % Preisausbeute bei den Jungtieren können sich sehen lassen! Die Schlaggemeinschaft Veronika und Georg Fröhlingsdorf aus der RV Bergisch-Gladbach schwimmt also weiter auf der Erfolgswelle. Grund genug nachzuhaken. Georg Fröhlingsdorf beantwortete unsere Fragen!

Die Reisesaison 2020

Die Saison lief sehr gut für uns. In der RV konnten wir uns bei allen Meisterschaften den 1. Platz sichern, mit Ausnahme bei den Vögeln, dort wurden wir 2. Auch bei den As-Tauben lagen wir vorne. Im RegV wurden wir bei den Jährigen und den Jungen jeweils 1. Meister. Wir stellen das 2. As-Weibchen im RegV, sie wurde auf Bundesebene 4. As-Weibchen. Im Wettbewerb der Zeitschrift Brieftaube wurden wir bundesweit Erster. Und 8. Jährigenmeister auf Bundesebene wird auch nicht jeder. Von 16 Flügen in der RV holten wir 14 Mal den 1. Konkurs. Von 549 km siegten wir im RegV gegen 4452 Tauben. Wir sind also sehr zufrieden.

Wir spielen nach der totalen Witwerschaft. Anfangs müssen alle Tiere mit, im Laufe der Saison werden Partner, die gar nicht anpacken, aus dem Rennen genommen. Wir haben aber auch Paare, bei denen beide Partner sehr gut fliegen. Allerdings auch welche, bei denen beide Tiere daneben liegen. Begonnen haben wir mit 58 Tauben, davon waren 1/3 Vögel und 2/3 Weibchen. Das lag daran, dass wir in den letzten zwei Jahren zu wenig Vögel bei den Jungtieren hatten. Gut fliegende Jährige werden bis zum Endflug durchgesetzt. Um in der Mannschaft zu verbleiben, achten wir sehr auf die Ergebnisse und hauptsächlich auf die As-Punkte auf den Flügen jenseits der 400 km Entfernung. Eine hohe As-Punktzahl und 7 oder 8 Preise ist uns wichtiger, als eine zweistellige Preiszahl mit wenigen As-Punkten.

Zuchtstrategie

Wenn es geht, wird gekreuzt oder entfernte Verwandtschaftszucht betrieben. Das ist bei den Reisetieren schwierig, weil die meisten untereinander verwandt sind. Daher holen wir in jedem Jahr zwei bis drei Tiere aus Spitzentauben dazu. So erwarben wir Nachzucht aus dem 8. As-Vogel des Verbandes 2019 von Ernst Greschke. Dieser Vogel hat in seiner Laufbahn 8 Mal den 1. Konkurs geflogen. Er trägt väter- und mütterlicherseits das Blut der von Ravenstein-Tauben. Die Neuzugänge werden in unsere Linie eingekreuzt und erhalten für zwei bis drei Jahre die Chance zu zeigen, was sie in der Zucht wert sind. Wenn die Nachkommen als Jungtiere nichts zeigen, ist das nicht schlimm, jedoch als Jährige müssen sie Ansätze einer guten Reisetaube zeigen. Zurzeit haben wir zwölf Zuchtpaare. Wir hatten noch einen weiteren Zuchtschlag, in dem vornehmlich Versuchspaare und Ammenpaare untergebracht waren. Dieser musste jedoch nach Auflage durch das Bauamt abgerissen werden.

Aktuelle Leistungsträger

Am Ende der Saison hatten wir vier Tiere mit 11/11 Preisen und zehn Tauben mit 11/10 Preisen. Hervorstechend ist das Weibchen 3318-18-424 mit 11/11 Preisen und 1057 AP (96,09 AP pro Flug). Sie stammt aus einem Sohn Josef x einer Tochter des Darko von Florian Grundmeier. Auch der RV beste Vogel 3318-18-431 mit 11/11 Preisen stammt aus einem Sohn des Josef. Erwähnen sollten wir noch das beste jährige Weibchen mit der Ringnummer 3318-19-710. Sie flog 11/11 Preise und 904 AP. Ihr Bruder, der 3318-19-801, flog in diesem Jahr 10/9 Preise und 849 AP. Er holte im RegV einen „Vierten“ gegen 8425 Tauben und in der RV überzeugte er mit 1., 2.,5.,5.,7.,8.,8. usw. durch enorme Spitze. Der 3318-19-781 muss an dieser Stelle noch genannt werden, denn er überzeugte mit 9/8 Preisen und 777 AP, was einen durchschnittlichen Wert von 97,12 AP ausmacht.

Versorgung der Tauben

Wir geben so gut wie alle Zusatzprodukte über das Futter, so beispielsweise fast täglich Carni Speed und zwei bis drei Mal wöchentlich Hexenbier. Bei der Rückkehr verabreichen wir Bt-Amin forte und am Folgetag ebenso. Am Donnerstag, dem Tag vor dem Einsetzen, verabreichen wir es nochmals. K+K Eiweiß und das weiße Pulver von Dr. Marien gibt es zu gleichen Teilen am Rückkehrtag und am Tag darauf. Mittwochs gibt es Blitz plus Energieöl plus getrocknete Bierhefe über das Futter, ggf. noch Kräutermix. Während der Mauser erhalten unsere Tauben fast täglich Hexenbier und Hessechol.

Vor Beginn der Reise machen wir für fünf Tage eine Kur mit Amoxyclav und wiederholen sie in verkürzter Form nach dem 4. oder 5. Flug. Danach ggf. nach Gefühl. Vor dem Saisonstart kuren wir mit Ronidazol und während der Saison mit Metro gegen Trichomonaden. Ganzjährig gibt es täglich frischen Grit, eine Mischung aus vielen Sorten, ebenso Futterkalk, wobei davon außerhalb der Reise nur wenig aufgenommen wird.

Das Training

In den letzten Jahren bin ich donnerstags arbeitsbedingt in Flugrichtung unterwegs, so dass ich die Reisemannschaft ca. 30 km vom Schlag entfernt zu einem Trainingsflug auflassen kann. Zu Saisonbeginn haben wir von diesen Flügen öfter Verluste, ich vermute durch Raubvögel. Nach der Ankunft dürfen die Paare 1-2 Stunden zusammenbleiben. Freitags vor dem Einsetzen lassen wir die Partner zusammen laufen und setzen sie dann in ihren Zellen fest. Dadurch ist das Einsetzen leichter. Freiflug gibt es täglich morgens und abends, bei Bedarf wird die Mannschaft mit der Fahne motiviert. Wenn die Fahne eingeholt wird wissen die Tauben, dass das Training beendet ist. Bei Hitze entfällt diese Maßnahme natürlich.

Stellenwert der Jungtauben

Einen hohen Stellenwert, denn die Jungtauben sind die Zukunft. Wir verdunkeln zwar nicht, belichten aber ab dem 21.06. bis zum Ende der Reise. Nach dem Absetzen haben wir die Jungtauben mit dem Zuchtfutter weiter gefüttert. Als wir merkten, dass es mit dem Fliegen am Haus nicht so klappte, haben wir das Futter mit Paddyreis leichter gemacht. Dann fingen sie an zu ziehen. Ab Beginn der Reise wurde dann das Futter der Alttiere eingesetzt. Die Reise verlief sehr gut, am Ende konnten wir 12 Tiere mit voller Preiszahl (5/5) vorweisen. Dabei ragte die 3318-20-996 besonders hervor. Das Tier wurde nicht nur bestes Jungtier der RV sondern flog auf dem Endflug auch den „Ersten“ in der RV. Alle ihre Preise flog sie bis zum 10. Konkurs, wobei sie auf 485 AP kam. Auch die 3318-20-1036 sollte erwähnt werden, flog sie doch 5/5 Preise mit 470 AP. Das Selektieren fällt uns schwer, da wir am Ende immer zu viele Jungtiere haben. Aus bewährten Paaren überwintern alle, aus den Neueinführungen müssen die Jungen sich schon gezeigt haben. Wichtig ist, dass sie sich schnell erholen und gut trainieren.

Impfungen

In diesem Jahr haben wir erstmals mit dem Pramyxo/Rota/Circo-Impfstoff auf Anraten von J. Jakobs (Tollisan) geimpft. Allerdings nicht zweimal, sondern nur einmal. Dennoch blieben unsere Jungtiere erstmals seit Jahren von der Jungtaubenkrankheit verschont. Wir überlegen, zukünftig auch gegen Salmonellen zu impfen.

Was möchtest du unseren Lesern noch mitteilen?

Man sollte sich verstärkt an Flügen in größerer Gemeinschaft und mit vielen Teilnehmern beteiligen, weil das echte Herausforderungen für unsere Tauben sind. Dabei kann es ja eigene RV- und Gruppenlisten geben.

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